Stress

Stress

Wir alle haben „Stress“. Das ist völlig normal und auch eigentlich ein von der Natur erdachtes, ganz cleveres System. Leider führt er in der Welt, in der wir jetzt leben zu ständigen Problemen, u.a. Übergewicht, Untergewicht, diverse Erkrankungen des Verdauungssystems, zu Hautproblemen und vielem mehr. Doch warum ist das so? Die Lebensumstände haben sich drastisch verändert und die Evolution kommt da nicht so schnell hinterher. Aber zuerst, was ist Stress und wie entsteht er?
Grundsätzlich muss Stress erstmal gar nichts Negatives sein, auch wenn viele bei dem Wort sicher nur an negative Dinge denken. Eigentlich ist Stress erstmal neutral zu bewerten. Im Prinzip ist Stress, eine Reaktion auf körperliche und auch auf seelische Belastungen. Es finden im Körper Anpassungsprozesse statt. Der Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt, sprich er stellt sich darauf ein, gleich mehr Leistung abzurufen. Früher konnte das die Flucht vor einem gefährlichen Tier oder der bevorstehende Kampf mit anderen Menschen sein zb. Stressfaktoren heute können die unterschiedlichsten Dinge sein, das Gespräch mit dem Chef, der Stau, die anstehende Klausur, der eigene Perfektionismus, ein bevorstehendes Date usw.
Abhängig vom Stressfaktor, setzt der Körper verschiedene Anpassungssysteme in Gang. Er erhöht seine Leistung. Zuerst werden Stresshormone freigesetzt, das Immunsystem wird unterdrückt, die Verdauung wird auf ein Minimum heruntergefahren, die Muskulatur wird mehr durchblutet, Puls und Atmung erhöht sich, das Herz schlägt schneller usw. Erstmal gar kein Problem, die Situation wird bewältigt, nach kurzer Zeit geht der Körper in seinen Normalzustand zurück und alles ist gut. Wir haben die stressige Situation hinter uns. Easy.
Das erklärt, warum man in Gefahrensituationen plötzlich ungeahnte Kräfte entfalten kann.
Blöd wird es, wenn der Stress bleibt. Die oben beschriebene Alarmbereitschaft geht bald in Widerstand über, in der Phase versucht der Körper die Stresshormone abzubauen um den Normalzustand zu erreichen. Dazu werden weitere Hormone ausgeschüttet, welche die Normalfunktionen des Körpers wiederherstellen sollen. In dieser Phase können entzündliche Reaktionen zunehmen.
Schaffen wir es nicht, die Stresshormone abzubauen oder fachen das Feuer immer wieder erneut an, bleibt der Körper dauerhaft „aktiviert“. Das führt über kurz oder lang zu Problemen und zu Krankheiten. Je länger wir „aktiviert“ sind, umso eher muss man damit rechnen. Das Risiko für Depressionen, Schlafstörungen, Hautprobleme, Magen-Darm-Erkrankungen, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt, selbst ein Abbau von Proteinen aus der Muskulatur kann stattfinden. Das ganze Leben und das Wohlbefinden werden beeinträchtigt, denn man passt seine Denkweise an das stressige Leben an. Oft werden wir dann schneller reizbar, bekommen Angstzustände oder zeigen sogar aggressives Verhalten. Die Leistungsfähigkeit sinkt und es kann sein, dass einfache Dinge uns schon überfordern und wir nicht mehr effizient denken und arbeiten. Regenerationsphasen sind deutlich verlängert. Und der Körper lernt ja auch und wird immer schneller in Alarmbereitschaft gesetzt, je öfter wird Stress haben. Es ist wirklich ein Teufelskreis. 
Hier hilft auf jeden Fall, viel Bewegung, am besten regelmäßiger Sport, eine gesunde Ernährung und sich bewusst werden, was einen stresst und in welcher Situation und dies gezielt bearbeiten. Eventuell sollte man einen Therapeuten hinzu ziehen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Stress erstmal eine gute Sache ist, denn wir können so die Situation besser erkennen, und entsprechend handeln, wir sind fokussiert auf die Situation und nichts lenkt uns davon ab. Kommen wir aus der Situation jedoch nicht mehr heraus, kehrt sich die eigentlich gute Sache in etwas Negatives um. 
Hausaufgabe: Jeden Tag Bewegung, viel Gemüse, viel trinken, sich bewusst werden was einen stresst und Maßnahmen dagegen ergreifen, in stressigen Situation erstmal langsam bis 10 zählen, überlegen ob das jetzt wirklich alles so schlimm ist, dann kann man immernoch ausrasten. ;)